Motorradurlaub im authentischen Montenegro

Halbwegs der Balkanküste von Südosteuropa befindet sich das dünnbesiedelte Montenegro. In der Landessprache nennt man es Crno Gora. Es befindet sich gegenüber Italien an der Adria und ist nicht besonders groß. Hinsichtlich der Oberfläche kann man es mit Bayern vergleichen. Aber mit nur ca. 635.000 Menschen ist die Anzahl allerdings zwanzigmal kleiner. Montenegro liegt zwischen Kroatien, Herzegowina, Serbien und dem (von der Hälfte der internationalen Gemeinschaft anerkanntem) Kosovo und Albanien. Und obwohl es nicht zur Eurozone gehört, kann man dort doch auch mit Euro bezahlen. Das ist praktisch, wenn du hier einen Motorrad-Campingplatz oder ein Motorradhotel buchst. Einen Motorradurlaub kannst du übrigens ausgezeichnet mit einem Besuch an u.a. Tschechien und Ungarn verbinden. Montenegro ist außerdem auch gut mit dem Schiff von Italien aus zu erreichen und wäre ebenfalls eine gute Zwischenpause, wenn du unterwegs nach Griechenland bist.

Montenegro dankt seinen Namen dem Lovćen, einem 1750 m hohem Berg, der in der Nähe der Küste steht und wegen seiner waldreichen Hänge einen sehr dunklen Anblick bietet. Auch der Rest des Landes ist ausgesprochen gebirgig, in dem maximale Höhen von 2500 m erreicht werden. Wenn du gerne mit dem Motorrad durch unberührte Naturgebiete und wüste Landschaften fährst, dann bist du hier genau richtig. Im ganzen Land liegen verschiedene Naturreservate verteilt, wovon der Durmitor Nationalpark das größte ist. Und dann gibt es auch noch eine 295 km lange Küste, die von jahrhundertealten Orten geprägt sind. Berücksichtige aber, dass an der montenegrinischen Küste mehr Betrieb ist, als im Binnenland. Die Vielseitigkeit macht das Land aber zu einem beliebten Ziel für deinen Motorradurlaub.


Ein herzliches Willkommen in den Motorradhotels und auf den Motorrad-Campingplätzen von Montenegro

Obwohl Montenegro noch nicht so sehr touristisch ist, gibt es hier aber genug motorradfreundliche Übernachtungsmöglichkeiten. Darunter findest du verschiedene Motorradhotels und Motorrad-Campingplätze. Übernachten in einer auf Motorradfahrer ausgerichtete Unterkunft hat viele Vorteile. Bestimmt in einem Land wie Montenegro, das noch nicht vom Massentourismus überspült wird, wo eine Sprachbarriere unvermeidlich ist, und wo du noch viele Dinge selbst entdecken musst. Wenn du hier verbleibst, kommst du garantiert mit anderen internationalen Motorradfahrern in Kontakt. Mit ihnen kannst du auch Tipps auswechseln über tolle Motorradrouten die du fahren solltest und auch über Orte, wo du sicher gewesen sein musst. Ein zusätzlicher Vorteil besteht darin, dass ein Motorradhotel oder Motorrad-Campingplatz die Möglichkeit bietet, dein Motorrad sicher unterzustellen. So gibt es zum Beispiel Parkplätze speziell für Motorräder und teilweise auch eine überdachte Parkgarage oder einen abschließbaren Bereich. Und wenn du unterwegs eine Panne haben solltest, hilft dir der Eigentümer gerne weiter.


Die größten Städte in Montenegro

Die Städte in Montenegro haben oft eine reiche Geschichte und sind sehr lohnenswert für einen Besuch.

Podgorica, Hauptstadt von Montenegro

Die Hauptstadt von Montenegro ist die südwestlich gelegene Stadt Podgorica, die 190.000 Einwohner hat. In dieser Stadt treffen sich historische Gebäude und moderne Architektur. Sehenswürdigkeiten sind z.Bsp. der aus dem 17. Jahrhundert stammende Sat Kula Glockenturm aus der ottomanischen Zeit und die 2005 eröffnete Milleniumbrücke über dem Morača-Fluss. In Podgorica kannst du in dem im Zentrum gelegenen Fußgängergebiet Njegoševa ausgehen und im trendy Stadtviertel Vectra.

Nikšič, verschiedene Kulturen

50 km nordwestlich von der Hauptstadt liegt Nikšič, wo ca. 65.000 Menschen wohnen. Die Stadt liegt 600 m hoch und hat ein diverses Kulturleben. Im September findet das mehrtägige kulturelle Event Septembarski Dani Kulture statt und in der Sommersaison gibt es verschiedenartige Musikfestivals. Das wichtigste Ausgangsviertel ist der Trg Slobode, was Freiheitsplatz bedeutet. In der Nähe von Nikšič befindet sich das gegen eine Bergwand angebaute Kloster Ostrog.

Pljevlja, historische Kirchen und Klöster

Die dritte Stadt des Landes ist Pljevlja, die im äußersten Norden auf einer Höhe von fast 800 m liegt. Die Stadt hat 25.00 Einwohner und ist vor allen Dingen bekannt wegen ihrer historischen Kirchen, Moscheen und Klöster. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist das Kloster von der Heiligen Dreifaltigkeit aus dem 15. Jahrhundert. Bei diesem Kloster befindet sich auch der Stadtpark Vodice.


Sehenswürdige historische Orte an der Küste

Die drei größten Städte befinden sich alle im Binnenland, aber die Adria hat die populärste touristische Anziehungskraft. Dort kann man wunderbar motorradfahren, aber nimm auf jeden Fall die Zeit, um in einigen Orten länger anzuhalten.

Kotor, eine beliebte Küstenstadt

Eine Küstenstadt, die du in deinem Motorradurlaub in Montenegro sicher besuchen musst, ist Kotor. Es ist eine der am besten erhaltenen, mittelalterlichen Städte an der Adriatischen Küste. Der historische Hafenort befindet sich an der Bucht von Kotor und hat noch alte Kirchen und Festungsmauern. Wenn du eine fantastische Aussicht erleben möchtest, dann kletterst du auf den 280 m hohen Hügel, auf dem das Fort San Giovanni steht.

Budva, auf einer Halbinsel gelegen

Das südlich von Kotor gelegene Budva ist auch einen etwas längeren Aufenthalt wert. Das alte Zentrum liegt auf einer Halbinsel, was der Altstadt einen malerischen Anblick verleiht. Die mittelalterlichen Stadtmauern und engen Gassen geben den Rest. Budva hat gute Möglichkeiten zum Ausgehen und im Sommer finden hier auch regelmäßig Musikveranstaltungen statt. Die Gegend innerhalb der historischen Stadtmauern ist aber nur fußläufig zugänglich.

Bar, eine wichtige Hafenstadt

Noch etwas weiter südlich befindet sich Bar. Die Sehenswürdigkeiten hier sind der aus dem 19. Jahrhundert stammende Palast von König Nikola, die St.-Jovan-Vladimirkirche und die mehr landeinwärts gelegene Altstadt Stari Bar, die eine uralte Geschichte hat. Das neue, moderne Bar ist eine wichtige Hafenstadt, und z.Bsp. auch das Ziel für das Schiff aus Italien. Die Abfahrt und das Endziel in Italien sind Bari und Ancona.

Ulcinj, mit orientalischem Charakter

Im äußersten Süden von der Küste von Montenegro befindet sich der kleine Ort Ulcinj. Auch hier sind die alten Stadtmauern noch zu sehen, aber wegen der Moscheen und dem größeren ottomanischen Einfluss, hat Ulcinj einen mehr orientalischen Charakter. Weiterhin verfügt Ulcinj auch über ein jahrhundertealtes Fort und ein historisches Zentrum. Entlang der Küste befindet sich der 12 km lange Sandstrand Velika Plaža, der sehr beliebt unter den Kitesurfern ist.


Durch den Durmitor Nationalpark und andere Naturlandschaften mit dem Motorrad fahren

Abgesehen von schönen Städterouten rund um den Motorradhotels und Motorrad-Campingplätzen von Montenegro gibt es hier auch prachtvolle Landschaften und Naturparks im Überfluss.

Durmitor Nationalpark, eine Landschaft mit Berggipfeln

Das wichtigste Naturreservat ist der Durmitor Nationalpark im Nordwesten von Montenegro. Es befindet sich halbwegs zwischen den Städten Nikšič und Pljevlja und ist von der Bucht von Kotor aus gut zu erreichen. Mit dem Motorrad kannst du hier über sich windende Straßen durch eine eindrucksvolle und sich abwechselnde Landschaft mit Berggipfeln, Tälern, Schluchten, Wäldern, Almen, Seen, Flüssen und Wasserfällen fahren. Der Fluss Tara bietet ausgezeichnete Möglichkeiten zum Rafting. Besuche im Durmitor Nationalpark gleich Žabljak. Dieser kleine Ort befindet sich auf einer Höhe von 1456 m und gilt als die am höchsten gelegene Stadt des Balkans. Von Žabljak aus kannst du über die P14 über den Sedlopass nach PluŽine fahren Der 50 km lange Sedlopass liegt auf einer Höhe von 1900 m und er ist der höchste, asphaltierte Bergpass von Montenegro.

Der Berg Lovčen und die Kotor Serpentine

In der Nähe von Kotor liegt der Nationalpark rund um den Berg Lovčen. Er ist über eine Straße mit sehr vielen Haarnadelkurven zu erreichen. Die eine Kurve schließt sich fast der anderen an, sodass diese Route auch wohl die Kotor Serpentine genannt wird. Im Süden findest du den Nationalpark Skadarsko Jezero rund um den See von Shkodër. Dieser See liegt auf der Grenze von Montenegro und Albanien und ist mit 368 km2 der größte See von Südeuropa. Auf und rund um den See leben 270 Vogelsorten, u.a. auch Pelikane.


Was du bei deinem Motorradurlaub in Montenegro beachten solltest

Motorradfahren in Montenegro ist nicht dasselbe wie in anderen Ländern. Beispielsweise gibt es nur wenige Autobahnen mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung. Bei der Erweiterung kommt es vor allem aufgrund der damit verbundenen hohen Kosten zu Verzögerungen. Der Großteil des ausgedehnten Straßennetzes besteht aus Hauptstraßen, auf denen nicht schneller als 80 km/h gefahren werden darf. In Kombination mit der bergigen Landschaft bedeutet dies, dass die Fahrt meist länger dauert als erwartet. Eine Fahrstrecke von 300 km pro Tag ist ein guter Ausgangspunkt während deines Motorradurlaubs.

Ein weiterer zu beachtender Punkt ist, dass es in einigen Teilen Montenegros lange dauern kann, bis du eine Tankstelle findest. An der belebteren Küste stellt dies im Allgemeinen kein Problem dar, im Landesinneren gibt es jedoch nicht viele Tankstellen. Sorge also dafür, dass du einen vollen Tank hast, wenn du von deinem Motorradhotel aus das dünn besiedelte Landesinnere erkunden möchtest. Und auch nicht unwichtig: Tagsüber ist das Fahren mit Abblendlicht Pflicht.